Erste Schritte der Städtepartnerschaft zwischen Bonn und Potsdam

  Bonn war eine der ersten deutschen Städte, die sich um eine Partnerstadt in der ehemaligen DDR bemühten. Die Stadtväter wünschten sich Weimar, die DDR schlug Ostberlin vor. Das war für Bonn jedoch politisch nicht akzeptabel.
1987 Nach Monaten des Schweigens erklärte die DDR schließlich, anlässlich des offiziellen Besuches von SED-Chef HONECKER im September 1987, Potsdam stehe für eine Partnerschaft zur Verfügung. Ende des Jahres begannen in Bonn schwierige Verhandlungen über die Einzelheiten eines Partnerschaftsvertrages nach den komplizierten Regeln, unter deren Vorbehalt die DDR damals solche Städtebündnisse stellte.
  Bonner Kundschafter kamen inoffiziell nach Potsdam, um die Stadt kennen zu lernen und erste Ansprechpartner zu finden. Unter ihnen waren auch schon Vertreter der Evangelischen Kirche und spätere Mitglieder des "Runden Tisches". Angesichts der damaligen Verständnisse war die beschlossene, aber noch nicht lebendige Partnerschaft ein Politikum von hoher Brisanz. Wie brisant, das sollte sich im folgenden Jahr drastisch zeigen.
1988 Eine Delegation der Stadt Bonn reiste im Januar 1988 nach Potsdam, um die in Bonn ausgehandelte Partnerschaftsvereinbarung zu unterzeichnen. Doch kritische Bemerkungen wegen der gerade zu diesem Zeitpunkt erfolgten Verhaftungen von Bürgerrechtlern löste bei den offiziellen Stellen der SED heftige Empörung aus. Alle Kontakte wurden noch an diesem Tage eingefroren.
  Eine für März in Bonn verabredete feierliche zweite Vertragsunterzeichnug wurde von der DDR demonstrativ abgesagt. Erst nach über einem Jahr konnten die Wogen geglättet werden.
1989 Endlich wurde am 6. März 1989 in Bonn der Partnerschaftsvertrag nochmals besiegelt. Offensichtlich hatten viele Potsdamer und Bonner nur auf grünes Licht gewartet, denn während des ganzen Jahres fanden auf Einladung der Bonner zahlreiche Begegnungen statt.
  Während in den ersten Monaten nur ausgewählte Bürger nach Bonn reisen durften, folgten Kulturschaffende und dann endlich auch ganz normale Bürger. Es gab Fachgespräche über Stadtplanung und Denkmalschutz, sportlichen Austausch und Kontakte der Kirchengemeinden, Gastkonzerte und vieles mehr.
Ende
1989
1989 begann ein neuer Abschnitt in den Beziehungen beider Städte. Nach dem Mauerfall gab es kein Halten mehr. Die überschäumende Freude bei den ersten Begegnungen bleibt immer in Erinnerung.
  Die vom Magistrat der Stadt Bonn ins Leben gerufene Aktion brachte die Initiatoren bald ins Schwitzen. 2000 Potsdamer Bürger übersandten ihre Adressen. Den Jahreswechsel 1990/1991 feierten 200 Potsdamer Bürger bei einem Empfang im Alten Rathaus in Bonn. Nicht zu vergessen sind die vielen Hilfsaktionen in Form von Geld- und Sachspenden, sowie der Austausch von kommunalen Mitarbeitern.
1990 Bald kam die Idee auf, mehr Bürger beider Städte zum gegenseitigen besseren Verständnis in die Partnerschaft einzubringen. Am 14.03.1990 wurde dann in Bonn der Potsdam-Club e.V. aus der Taufe gehoben. Zum Vorsitzenden wurde der ehemalige Chefredakteur des ZDF, Herr REINHARD APPEL, gewählt.
1991 Auf Anregung von Herrn APPEL bildeten sich in Potsdam zwei Clubs, welche sich nach gegenseitiger Aussprache am 31.01.1991 zu unserem heutigen Bonn-Club e.V. zusammenschlossen.
  Der im November 1990 unterzeichnete neue Partnerschaftsvertrag wurde zur Grundlage unserer Arbeit.